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BeL0WaB0Ve |
Published
Jun 13 2007, 12:47 AM
Wir präsentieren Ihnen hier den
Blog von Kevin Saul, alias "BeL0WaB0Ve", der Teil für Teil
während der diesjährigen WSOP herausgegeben wird. Um auch wirklich
alles zu erfahren, was sich in Las Vegas tut, besuchen Sie:
www.poketfives.com/live2
Ich bin also letzten Montagnachmittag
in Vegas angekommen, total übermüdet, da ich das ganze Wochenende
über Onlinepoker gespielt hatte und die Nacht davor nicht genug
geschlafen habe. Als ich dann mein Gepäck erhalten hatte, wartete
ich 5 Minuten auf ein Taxi und führ dann direkt in mein Hotel am
„Strip". Dieses Jahr war ich mit den Vorbereitungen sehr
nachlässig und habe in letzter Minuten ein Zimmer im Tropicana
online gebucht. Als ich dort ankam musste ich mich erstmal in einer
Schlange anstellen, was für das Einchecken um 5 Uhr Nachmittags
ärgerlicherweise typisch ist. Ich hatte mich vorher kaum über das
Tropicana informiert. Im Grunde hatte ich nur sichergestellt, dass es
auch Nahe am Rio liegt (im Taxi so um die 5 bis 10 Minuten) und
buchte dann ein Zimmer zu durchschnittlichen Preisen von knapp unter
$100 pro Nacht.
Um ehrlich zu sein war ich total
schockiert als ich mein Zimmer betrat. Nicht dass ich ein 5-Sterne
Hotel oder so erwartet hätte, doch über 40 Spiegel im Zimmer hatte
ich nicht erwartet. Im Großen und Ganzen war das Zimmer sehr
geräumig, mit großem Doppelbett, eine Kombination aus Schreibtisch
und 3-türiger Garderobe (die mir für meine Kleider mehr als
genügend Platz bot) und eine Couch, die zwar eher niedriger Güte
war, doch dem Zimmer zusätzlich eine bessere Note verlieh. Trotz all
dieser Einrichtungsgegenstände war trotzdem genügend Platz um sich
frei bewegen zu können. Ich war so müde, dass ich beschloss noch
etwas fernzusehen und mich für ein Schläfchen niederzulegen, bevor
ich mich mit einem Freund zum Abendessen treffen würde.
Am Ende ging ich so gegen 10 Uhr Nachts
in eine kleine italienische Bude zum Abendessen. Es ist gut für das
Lokal, dass ich den Namen vergessen habe, denn die Bedienung war
furchtbar und das Essen nur mittelmäßig. Eine meiner vergangenen
Arbeiten war als Kellner in einem sehr netten italienischen
Restaurant. Aus diesem Grund bin ich wohl etwas kritischer mit der
Bedienung und dem Essen, das ich serviert bekomme. Schließlich
vermasselte die Kellnerin meine Bestellung und als wir noch nicht
einmal in der Hälfte unseres Mahls angelangt waren, übergab sie
unseren Tisch an einen anderen Kellner. Am Ende unterhielt ich mich
mit dem Geschäftsführer über meine Unzufriedenheit, doch dieser
nickte aus Höflichkeit einfach nur mit dem Kopf. Als wir schließlich
die Rechnung bekamen, so hatten sie uns trotzdem den vollen Preis
verrechnet, was mir eigentlich sehr unrecht war, aber egal... zahle
die Rechnung und fahre mit Leben fort.
Nachdem wir unser spätes Abendessen
beendet hatten, gingen wir zum Rio hinüber, was für mich das erste
Mal in diesem Sommer war. Als ich zuerst hineinging fiel mir eine
Reihe von Änderungen auf, die seit dem letzen Jahr stattgefunden
hatten und mir nun ins Auge stachen. Ich hatte nicht wie gewöhnlich
den Eingang bei der Kasse gewählt, sondern eine der Seitentüren im
Bereich der Finaltische. Der gesamte Raum war um einiges dunkler als
im letzten Jahr.
Als ich mich auf den Wänden umschaute,
konnte ich alle vergangenen Gewinner der Hauptveranstaltung sehen.
Ich konnte nicht anders als mir denken, dass die Mitarbeiter im Rio
versucht hatten die Atmosphäre vom letzten WSOP im Binion zu
kopieren. So weit ich mich erinnere ist es nun das 3. Jahr wo das
WSOP im Rio veranstaltet wird, seit Harrah's entschieden hatte, das
es hier statt im Binion stattfindet. Dies ist außerdem mein 3. Mal
beim WSOP, weshalb ich persönlich nie wirklich das WSOP im Binion
erfahren habe, jedoch ich spielte dort mit einem Freund an einem
kleineren Turnier.
Das erste was ich tat war mich in einer
relativ kurzen Warteschlange anzustellen und mich für das $1.000
Rebuy am Dienstag anzumelden. Gerade letzte Woche las ich einige
Berichte über die angeblich schrecklich langen Schlangen bei der
Anmeldung, speziell bei der ersten $1.500 NL Veranstaltung, die am
Samstag stattfand und das Alles so schlecht organisiert war, wie auch
die Registrierung per Satelliten- und Geldspiele. In der Woche seit
ich hier bin, habe ich jedoch niemals länger als 5 Minuten für die
Anmeldung zu einer Veranstaltung gewartet und ich finde auch, dass
Harrah's im Großen und Ganzen großartige Arbeit geleistet hat,
diesen WSOP-Zirkus so gut abzuwickeln. Persönlich bin ich von
Menschenmengen nicht angetan, speziell bei über 5.000 Spielern, die
sich in einem kleinen Saal versammelt haben und bereit sind die
eigene Großmutter umzurempeln, nur um in der Warteschlange
voranzukommen und so ihren Platz am Tisch zu bekommen und Poker
spielen zu können. Aus diesem Grund blieb ich das erste Wochenende
zu Hause, während sich die Anderen auf den Foren beschwerten. Ich
war mir sicher, dass bis zu meiner Ankunft alles in bester Ordnung sein
würde.
Nachdem ich mich für das Rebuy
angemeldet hatte, verbrachte ich einige Zeit damit Eric Haber (alias
"sheets") von hinter der Abgrenzung aus zu beobachten.
Sheets entschied sich aus unbekanntem Grund plötzlich an dem $5,000
Pot-Limit Omaha Turnier mit Rebuys teilzunehmen. Dieser Bereich kann
der schwierigste der gesamten WSOP-Einleitungsspiele sein, mit
Ausnahme des $50,000 HORSE-Turnieres. Ich möchte auf keinen Fall
einen der wenigen Spielern beleidigen, die ich wirklich bewundere, an
den Tischen, wie auch privat, doch die ganz direkte Aussage dieses
Mannes war folgende: „Scheiß drauf, ich bin hier um zu spielen und
werde meine $5.000 bei diesem Ding verheizen. Keine Rebuys, keine
Add-Ons und ich hatte am Ende der Rebuy-Periode 80.000 Chips, bei
anfänglichen 10.000." Ich wanderte noch ein bisschen umher, um
einige Bekannte zu begrüßen und beobachtete Sheets anschließend noch ein bisschen, bevor
ich zurück ins Hotel ging um mich für das Rebuy-Turnier des
nächsten Tages gut auszuschlafen.