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michael1123 |
Published
Aug 22 2006, 02:25 AM
Eins
der wichtigsten Ziele bei No Limit Holdem ist, den maximalen Wert pro
Hand zu erzielen. Ein häufiger Denkfehler dabei hindert allerdings
viele Spieler daran den höchsten möglichen Wert zu erzielen, und
das ist die Idee dass man eine Hand schützen muss. Aber genau
dieses herausholen des höchstmöglichen Werts entscheidet häufig ob
ein Spieler am Ende eines Turniers einen mittelmäßigen oder gar
kleinen Chipsstapel, oder einen großen Chipsstapel hat.
Die
Idee dass man eine gute aber potenziell gefährdete Hand schützen
muss beruht darauf, dass man einen hohen Einsatz machen muss, um
mögliche Draws die gefährlich werden können auszuschließen. Der
Sinn ist also, die Möglichkeit outdrawn zu werden, zu verhindern.
Wahrscheinlich wird dieses Märchen deswegen erzählt, um Anfängern
dabei zu helfen, zu verstehen dass sie auf ihre Hands setzen müssen,
und dass sie genug einsetzen müssen im keine guten Chancen an andere
Spieler zu vergeben.
Außerdem soll es Anfänger daran
hindern blöde Fehler zu begehen, wie zum Beispiel hinter drei
Spielern mit einem AA herlimpen, oder mit 98 auf dem Button zu passen
in einem Spiel mit vier Spielern und einem Board (Gemeinschaftskarten
die alle Spieler benutzen können) von PikAPik9x8. Hat ein Spieler
erst mal verstanden dass er weder anderen Spielern die Chance geben
darf ihn zu outdrawn, noch versuchen soll sich in Situationen
festnageln zu lassen in denen es wahrscheinlich ist, dass er outdrawn
wird (und wahrscheinlich noch wichtiger, Situationen zu vermeiden in
denen er sich einen höheren Pot aufbauen können hätte wenn er
gesetzt hätte). Die Idee unter allen Umständen eine Hand zu
schützen, sollte begraben werden und ersetzt durch die Idee dass man
immer sein bestes geben sollte um den höchstmöglichen Wert für
seine Hand zu erzielen.
Obwohl
sie niemals versuchen sollten einem anderen Spieler die
entsprechenden Gewinnchancen zu geben, um mit Ihnen mitzugehen,
sollte Ihr Ziel mit der besten Hand sein, so hoch wie möglich zu
setzen so dass andere Spieler gerade noch mitgehen. Richtig große
Hands kommen nur selten bei No Limit Holdem, deswegen ist es wichtig
zu versuchen das bestmögliche heraus zu holen, wenn es dann doch mal
passiert. Wenn Sie zum Beispiel ein AD bei einem Board von Ds7s2x
haben, und ein anderer Spieler einen Flush Draw, sollten Sie wirklich
wollen, dass er mitgeht. Angenommen Ihr Gegner hat ein PickAs suited
oder zwei suited Karten niedriger als K ohne ein Paar zu haben, dann
hätte er eine Chance von ungefähr 36%, die beste Hand zu bekommen.
Wenn er dazu bereit ist, bei beim Flop bei einer Wahrscheinlichkeit
von 2/3 bis zu einem Einsatz in Potgröße mitzugehen, und einen 2/3
Einsatz in Potgröße beim Turn, werden Sie die meiste Zeit einen
ziemlich netten Pot gewinnen. Und hoffentlich können Sie Ihre
Verluste so weit wie möglich eingrenzen, wenn es denn mal passiert,
dass Ihr Gegner gewinnt (zum Beispiel indem Sie nach dem Turn passen,
wenn der Flush Draw trifft).
Lassen
Sie uns annehmen dass in dem oben genannten Beispiel die Blinds
100/200 sind und Sie einen Stack von 5500 haben, Ihr Gegner aber
einen von 12000. Sie erhöhen um 600 beim Preflop aus der
zweiten Position nach dem Small Blind heraus und Big Blind geht mit.
Also, Sie haben AD und der Preflop ist PickDPick7x2. 1300 sind im Pot
beim Flop, Sie setzen 900, und Big Blind geht mit. Der Turn bringt
rot 4, und nun sind 3100 im Pot, während sie noch 4000 übrig haben.
Die wahrscheinlichsten Karten des Big Blind sind ein Flush Draw, eine
niedrige Dame oder eine 7 (irgendwas wie Z7-75). Eine
oberflächliche Errechnung der Gewinnchancen Ihres Gegners bei dieser
Art von Karten, ergibt eine Chance von etwa 12%.
Selbst
mit der Wahrscheinlichkeit das Sie beim River Ihren Stapel bekommen,
darf man nicht vergessen, dass Ihr Gegner nur dann den richtigen
Preis bekommt, wenn Sie weniger als 1452 eingesetzt haben. Ein
Spieler der das Konzept des Hand Schützens und der
Risiko-Minimisierung benutzt, wäre wahrscheinlich beim Turn all-in
gegangen, was dazu geführt hätte, dass jede schwächere Hand
aufgeben würde, alles nur vielleicht eine niedrigere Dame nicht.
Bietet der Spieler allerdings um die 2000, ist es viel
wahrscheinlicher, dass Ihr Gegner mitgeht, oder vielleicht sogar
alles einsetzt. Auf diese Art und Weise gewinnen Sie nicht nur mehr
auf Langzeit gesehen, es ist außerdem wahrscheinlich dass Sie beim
River noch einmal Geld erhalten, falls der Big Blind ein Paar bekommt
aufgrund der hohen Gewinnchancen denen sie dann gegenüberstehen
würden (2500 in einem Pot von 12100).
Eine
andere Art in der dieser Mythos schädlich sein kann, ist in einer
Situation in der passen die beste (und vielleicht einzige) Methode
ist, bei einer großen Hand überhaupt irgendeine Action zu bekommen.
Das ist oft eine Situation in der das Deck feststeckt (wie zum
Beispiel AK und AAK Flop), oder, und interessanterweise, in einer
Situation in der die Chipsstapel anzeigen dass ein Spieler eventuell
mit absolut schwachen Karten hoch pokern würde wenn Sie auch nur ein
bisschen Schwäche zeigen.
Hier ist ein Beispiel für
diese Situation: Eines meiner Spiele vor einiger Zeit: Die Blinds
waren 400/800, und ich hatte einen Stapel von 19.000, während der
Spieler im Big Blind einen Stapel von 7000 hatte. Ich hatte KK
und die zweitletzte Position vor dem Button. Damit erhöhte ich auf
2400, und der BB ging mit. Der Flop kam mit AZ8 Regenbogen und der BB
passt. Unter Anbetracht der Stapelgrößen im Vergleich zu den
Blinds, den Unterschied in Chips zwischen uns, den Pot-Chancen und
der Wahrscheinlichkeit dass der Big Blind preflop alles eingesetzt
hätte was er hat, wenn er ein As in der Hand gehabt hätte, ist es
absolut unwahrscheinlich, dass ich hier aussteige. Meine Optionen
sind entweder, ihn zu zwingen all-in zu gehen, oder zu versuchen zu
passen und mitzugehen. Wenn ich ihn zwingen würde alles reinzutun,
würde er bei einem As oder einer Zehn mitgehen aber austeigen, wenn
er kein Paar oder Draw hätte. Wenn ich allerdings mitgehe, ist die
Chance groß, dass er beim Turn alles einsetzt und hofft dass ich
nichts habe und aufgeben werde. Ich passte, und er setzte alles beim
Turn. Ich ging mit und, natürlich war sein Draw ein Totalschaden.
Vor
ein paar Wochen hatte ich eine ähnliche Hand bei der ich mit AA
erhöhte und der Big Blind mitging. Er hatte einen ziemlich großen
Chipsstapel während ich nur ungefähr 10x das BB hatte nach der
Preflop Action. Der Flop kam 442, er passte an mich weiter und ich
passte ebenfalls. Der Turn kam mit 7, und er passte erneut. Ich
sah einfach nicht, wie er irgendwas in diesem Flop oder mit einem
Draw haben konnte, und beschloss, dass es unmöglich wäre mit einem
höheren Einsatz Action zu bekommen. Meine einfache Hoffnung
war, dass mein zweites Mal passen sehr schwach aussah und dass er
entweder beim River bluffen, oder ein Paar kriegen würde. Der River
brachte gar nichts und der BB zwang mich mit D high all-in zu gehen.
Ein Spieler der unter der Idee des Schützens einer guten Hand
operiert, ohne die spezifische Situation in Betracht zu ziehen, hätte
niemals zweimal hintereinander mit Pocket-Assen gepasst. Und dadurch
hätte er den zusätzlichen Wert der späten Action, wenn der Gegner
festsitzt, verpasst.