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shronk |
Published
May 03 2008, 12:07 AM
"Die
Kunst des Fortschrittes ist es, Ordnung inmitten der Veränderung zu
erhalten." - Alfred North Whitehead. Das könnte genauso gut
Jeffrey Pollacks Motto sein. Keine einzige
TV-Sport Veranstaltung hat in letzter Zeit so viel Wachstum
gezeigt wie das World Series of Poker im Laufe der letzten fünf
Jahre. Das ist fast ausschließlich auf die neuen Ideen und
Veränderungen zurück zu führen, die von Pollack, Harrah's und
ESPN vorgenommen wurden. Bei so einem großen Unternehmen könnte
solch starkes und plötzliches Wachstum auch leicht zum Fiasko
führen, aber die WSOP-Führung hat immer wieder gezeigt, dass sie
dem Fortschritt verschrieben ist, dass sie sich Fehler eingestehen
kann, und dann sie unglaublich akkurate Veränderungen an der
Firmenlinie vornehmen kann.
Die
neueste Veränderung ist, dass der WSOP $10.000 Main Event Finaltisch
auf später verlegt wurde. Natürlich traf diese Entscheidung auf
heftigen Widerstand und Kritik (aber lassen Sie uns ehrlich sein,
könnte überhaupt eine Veränderung am WSOP vorgenommen werden, ohne
das Horden von Schwarzmaler ihrem Ärger Luft machen müssten?).
Im Grunde hassen die Leute Veränderungen, und sie hassen sie vor
allem, wenn Sie Leuten guttun, die nicht sie selber sind. Um die
Vorteile dieser Veränderung besser zu verstehen, sollten wir uns die
Aspekte anschauen, die uns allen gut tun, inklusive den
Finaltisch-Teilnehmern und der gesamten Pokergemeinschaft.
Die
neun Spieler die an den Finaltisch kommen, erhalten offensichtlich
vorher ungekannte Medien- und Sponsorenmöglichkeiten. Ich
glaube dass jeder der ein bisschen logisch denkt, mir zustimmen wird,
dass der Finaltisch wesentlich interessanter wird, wenn wir in
bisschen mehr über die Leute wissen die involviert sind. Ich
habe letztes Jahr die gesamte WSOP kommentiert und war einer der
letzten 20 Leute, die den Amazon Room verließen, nachdem Jerry Yang
den Titel gewann. Aber im Moment könnte ich ihnen nicht mal fünf
Namen der Teilnehmer des Finaltisches nennen. Jon Kalmar,
Finalist im 2007 WSOP kam zum Beispiel sehr weit in einem kürzlichen
WPT Championship im Bellagio und mehr als ein Turnier-Reporter musste
mich fragen wer er ist. Gibt es ein Argument dass es besser für uns
alles ist, wenn mehr von diesen Leuten Stars werden? Ja. Denn das
würde es ihnen erlauben, Agenten anzuheuern, und Zugang zu den
etablierten Medien zu erhalten, um mehr Publikum zum WSOP zu bringen.
Und das bedeutet mehr Spieler, mehr Geld und mehr Fische.
Die
neun Finalisten werden natürlich von dem zusätzlichen Preispool
profitieren. Harrah's hat geplant, den neun Finalisten das
Preisgeld für den neunten Platz sofort auszuzahlen, und die
restliche Balance (voraussichtlich um die $20 Millionen) für die 10
Wochen in ein Zinsenkonto einzuzahlen. Die Zinsen für eine so
große Summe sind mit Sicherheit nicht zu verachten und werden
direkt an die Spieler ausgezahlt.
Das
Teilnehmerfeld für das WSOP ist seit der Verabschiedung des UIGEA
leicht geschrumpft. Wenn die Entlohnung für das Erreichen des
Finaltisches (Zinsen die zum Preisgeld hinzugefügt werden,
Sponsorengelder, mehr Ruhm, und letztendlich mehr Geld) steigt, wird
das Main Event höchst wahrscheinlich mehr Spieler
anziehen. Zusätzlich zu diesen neuen Spielern, darf man auch
die $10.000 Kapital nicht vergessen, die jeder von Ihnen mitbringt.
Und natürlich die Wahrscheinlichkeit dass einer davon seine Chips an
Sie weitergibt - mehr dead money1 und ein softeres Spielerfeld klingt genau nach der Sorte Turniere an
der ich gern teilnehmen würde.
Oberflächlich
betrachtet wirken die höheren Zuschauerzahlen die ESPN dadurch
bekommt, nicht unbedingt wie etwas wovon wir als Pokerspieler
profitieren. Aber wenn man weiter darüber nachdenkt, wird einem
schnell klar, dass jedesmal wenn Poker in den etablierten Medien
erscheint, die Branche legitimiert wird. Im Zeitalter des UIGEA und
der Online-Skandale die wir in letzter Zeit durchgemacht haben, kann
die Pokerbranche nur davon profitieren, mehr Legitimität
auszustrahlen. Indem das Main Event in das Zentrum der
Aufmerksamkeit in wichtigen Medien rückt, und Starpositionen in
Fernsehnetzwerken einnimmt, wird der Branche in den Augen der
amerikanischen Öffentlichkeit weitere Legitimität verleihen.
Es
gibt aber auch weniger-offensichtliche Vorteile der Verzögerung.
Wenn Sie sich das gerade durchlesen, kann man davon ausgehen, dass
Sie in Ihrem Herzen ein Fan sind. Die Leute die diesen Artikel
durchlesen, sind die gleichen Leute, die sich Stunden um Stunden von
Poker after Dark ansehen, oder High Stakes Poker, World Poker Tour,
und wahrscheinlich jede einzelne Stunde der World Series of Poker
Fernsehübertragung. Mit dieser Art von Übersättigung im
Pokerfernsehprogramm, wird eine neue Art Poker im Fernsehen anzusehen
bestimmt jeden Pokerfann erfreuen. Ich weiß aus meiner eigenen
Erfahrung, dass es einfach nicht so aufregend ist, mir die
Final-Tisch Übertragung anzusehen, wenn ich schon weiß, was
passieren wird. Auch wenn Sie denken, dass die Idee albern ist,
werden Sie bestimmt kurz vor der fast-live Final-Tisch Übertragung
aufgeregt sein, nach Wochen des Wartens, und des Bekanntwerdens mit
den Spielern. Es wird einfach richtig gutes Fernsehen!
Eine
der häufigen Beschwerden der Schwarzmaler ist „Und was passiert,
wenn einer der Finalisten in der 10 Wochenverzögerung stirbt?"
Nun ja, so tragisch das auch wäre, es ist so unwahrscheinlich, dass
das kein wirkliches Argument ist. Wieviele der früheren Finalisten
in den letzten 20 Jahren sind denn in den 10 Wochen nach dem
Final-Tisch umgekommen?
Andere
beschweren sich, dass die Verschiebbung "die Integrität des
Spiels ruinieren wird." Natürlich wird sie dem Turnier ein
anderes Flair geben, aber es wäre ein Fehler wenn das WSOP Turnier
sich einfach mit dem Status Quo abfinden würde ohne zu versuchen
sich weiter zu entwickeln und das WSOP jedes Jahr größer und besser
zu machen. Ich meine, wäre es wirklich besser für das WSOP wenn es
immer noch im Binion‘s
stattfinden würde?
Und immer noch nur das
Main Event im Fernsehen ausgestrahlt würde? Ohne Hole-Card
Kameras? Jedesmal wenn diese Veränderungen eingeführt wurden, sind
die Pokerpuristen auf die Barrikaden gegangen, und haben um die
Integrität des Spiels gefürchtet. Und doch hat jeder dieser
Schritte das Pokerspiel ein bisschen mehr zu dem gemacht, was es
heute ist.
Viele
Leute sind sofort davon ausgegangen, dass diese Veränderung aus
Geldgier gemacht wurde, aber wenn wir uns die Geschichte von Jeffrey
Pollack und seinen Kollegen in "Nadelstreifen" ansehen, können wir ganz klar
ein Bestreben identifizieren, das WSOP immer noch besser zu machen,
für alle Beteiligten. Sie haben unzählige Vorschläge des
Spieler-Komites implementiert, zum Bleispiel das mehr Nicht-Hold ‘em
Veranstaltungen aufgenommen wurden, dass die $10k Veranstaltung
gestartet wurden, dass die Spielertage gekürzt wurden, und dass
Spielstrukturen bestimmter Veranstaltungen geändert wurden.
Alle dieser Entscheidungen liegen in direktem Gegensatz zu dem, was
ein Unternehmen, dass nur auf Umsätze aus ist, gemacht hätte (z.B.
mehr Hold ‘em, mehr Veranstaltungen in den Kalender quetschen,
schnellere Strukturen). Sie haben außerdem ihre
Bereitwilligkeit demonstriert, ihre Fehler einzugestehen und so
schnell wie möglich zu korrigieren. Pollack selbst sagte zum
Beispiel neulich in einem Medien-Konferenztelefonat "Das Zelt hat
auf keinen Fall so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben;
es wird kein Zelt mehr geben." Er hat diese Art von Reue auch
schon bei vielen anderen Anlässen in der Vergangenheit gezeigt.
Das
beweist auch, dass das WSOP die Fähigkeit besitzt neue Dinge
auszuprobieren, und einzusehen wenn etwas nicht funktioniert, und das
zu korrigieren. Das ist ein weiterer Grund, vor der Verschiebung
des Finaltisches keine Angst haben muss. Das schlimmste was
passieren kann, ist, dass es nicht funktioniert oder es den Leuten
nicht gefällt, und Sie das dann im nächsten Jahr wieder ändern.
Ok,
mit all dem im Hinterkopf, warum geben wir der ganzen Sache nicht ein
Chance und schauen mal, was die potentiellen Vorteile für viele
Leute sein könnten. Es ist gut für das WSOP, es ist gut für
die Finalisten, und es ist gut für die Pokergemeinde - das klingt
für mich nach Fortschritt.
*
Für eine entgegengesetzte Meinung, regen wir Mitglieder und Besucher
unserer Seite an, sich den Artikel von Paul "grapsfan"
Herzog durchzulesen: Geldgier außer Kontrolle.
1 "dead money" ist Geld von Spielern, die in den Pot
eingezahlt haben dann aber ablegen, oder Spielern die das
Turnier-Buy-In zahlen aber frühzeitig ausscheiden.
Justin Shronk got into poker media in 2006 as the Multimedia Intern for Cardplayer Media, specifically working on "The Circuit" radio show. After that internship, Justin helped launch the multimedia department of PokerNews.com's tournament coverage as Multimedia Manager for PokerNews during the 2007 WSOP. In December of '07, Justin moved over to PokerRoad.com where he is a producer for PokerRoad Radio and other multimedia projects, as well as writing the weekly "Pokerazzi" and "15 Outs" columns and managing the daily news section.