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CardRunners.com |
Published
Dec 28 2007, 12:52 PM
Mike Schneider ist der führende
Trainer bei CardRunners.com und gewann das
„Million V" von Party Poker mit einer Million USD.
Nachdem ich die
Gedanken von Ian über LHE-Turniere gelesen
hatte, begann ich diesen Artikel zu verfassen, um deutlich zu machen
in welcher Weise sich meine Meinung über die Turnierstrategie bei
Limit-Hold'em von seiner unterscheidet.
Ich finde, dass aufgrund der heutigen
LHE-Turnier-Strukturen die ersten drei Stunden zu den wichtigsten des
gesamten Turnieres zählen. In diesen Stunden entscheidet sich, ob
Sie ein potentieller Gewinner im Turnier sind, ansonsten werden Sie
rasch rausgeworfen und können sich dann für die Turniere (oder Cash-Games) des nächsten Tages ausruhen. Es ist unwahrscheinlich,
dass Sie jemals in einem LHE-Turnier spielen werden, an dem nach 4 bis 5
Stunden die durchschnittliche Anzahl an Chips größer ist als etwa 8 „Big Bets".
Nein wirklich, meistens ist die durchschnittliche Anzahl an Chips nach 4 bis 5 Stunden ziemlich genau um die 5 bis 6 BBs.
Nachdem ich also diese kleine Tücke erkannt habe, konzentriere ich
mich darauf, wenn ich bei einem LHE-Turnier mitspiele, meinen Chipstack weiter zu vergrößern ohne mich auszuruhen.
Meine Gedankengänge als Analogie
präsentiert würden so sein, als ob ich einen gefährlichen
bewaffneten Verbrecher verfolgend in ein dunkles Haus stürme. Würden
Sie nicht auch vorzugsweise das Haus mit 5 Kugeln in Ihrer Waffe
erstürmen, als mit nur 2? Mein Ziel ist es, dies bis zur 4. Stunden
zu erreichen, wenn ich nicht vorher Bankrott gehe, damit ich mehrere
Kugeln in meiner Waffe habe. In der 4. Stunde haben Spieler mit
verbleibenden 5 BBs, im Wesentlichen zwei Versuche übrig um den
„Preflop" zu erhöhen (also zwei „Kugeln"). Das will ich
vermeiden. Ich will mehrere Chancen haben um mein Guthaben weiterhin
zu vergrößern und außerdem will ich auch Niederlagen überstehen
können, falls ich mich verkalkuliere.
Somit bin ich bei meiner zweiten großen
Überlegung zu LHE-Turnieren angelangt: der „Draw" am Tisch ist
ABSOLUT wichtig. Damit diese permanente Angriffs-Strategie
erfolgreich ist, muss der Draw an Ihrem Tisch „tight" sein. Immer
wenn ich in LHE-Turnieren an Tischen, die „tight" waren, gespielt
hatte, war es ein großer Erfolg und ich gewann indem ich ihn einfach
überrannte. Brandon Wong, der den 2., 10. und 16. Platz in den drei
Veranstaltungen des WSOP LHE 2007 machte, stimmt mit der Strategie
überein, dass man im Wesentlichen wie ein „Preflop-Maniac"
spielen sollte, der ständig die Wetten weiter erhöht und wenn es
dann endlich zum Poker spielen kommt und die Spieler ihre
Postflop-Entscheidung treffen, so legt er oft seine Karten nieder, da
er gewöhnlich nicht viel hat.
Nehmen wir nun an Sie bekommen einen
Platz an einem Tisch wo der Draw tight ist, wie „loose" (locker)
ist nun loose genug? Ich werde ungefähr mit der Hälfte meiner Blätter eröffnen, aus welcher
Position auch immer. Wenn ein anderer Spieler mit mehr eröffnet als
die Preflop-Tabelle von „Sklansky" für 10 Blätter empfiehlt, so
werde ich kaum ein drittes Mal erhöhen, da dieser Spieler vermutlich
ein gutes Blatt hat. Ich werde so weiterspielen bis ein Anderer die
gleiche Strategie anwendet. Und wenn es dann ein Anderer tut, so
mache ich trotzdem so weiter.
Sollte allerding ein anderer Spieler
diese Strategie ständig gegen mich anwenden, so beginne ich tighter zu spielen und hoffe irgendwann ein Monsterblatt zu bekommen, mit dem ich
die Person(en) bestrafen kann, die so gegen mich spielt/en. Nach
meiner Erfahrung, speziell in LHE-Turnieren mit einer Anmeldegebühr
von $1.000 oder mehr, spielt die Mehrheit der Spieler auf einer
Stufe, wo sie bereits wissen wie man tight spielt, doch sie wissen
nicht, wie man davon wieder ablassen kann. Im Grunde warten die
meisten der Gegenspieler also auf gute Karten, ansonsten sitzen Sie
herum, legen die Karten nieder und lassen sich darüber aus, wie
nutzlos doch die ersten 4 Stufen eines LHE-Turnieres sind und dass
diese Stufen abgeschafft werden sollten.
Na gut, nehmen wir also an, Sie hätten
es geschafft Ihre Anzahl an Chips zu verdoppeln, als Sie Ihre
4. Stunde beginnen. Ihre Strategie verändert sich nicht im
Geringsten, der Unterschied ist nur, dass nun die Hälfte der Spieler
am Tisch nun an der Stufe angelangt sind, wo sie sich ihre Hände
sehr genau aussuchen um damit im Spiel zu bestehen. Das bedeutet,
dass Sie wahrscheinlich im Laufe der Runden ein paar Mal die Blinds stehlen können und sich auch ein zwei Mal gegen einem anderen Spieler
im Flop behaupten. Das Ziel hier ist es die Blinds zu stehlen um auch
weiterhin im Spiel zu bleiben und die Möglichkeit zu haben dafür zu
zahlen, immer wenn man erhöht und nicht stiehlt. Das ist so als ob
Sie jedesmal wenn Sie bis zum Flop mitgehen, Sie eigentlich Freeroll
spielen, mit den Chips die Sie von den Blinds gestohlen haben. Selbst
wenn Sie mit Ihren Chips im Vergleich mit Ihrem Gegenspieler
unterliegen, so werden Sie trotzdem manchmal das Blatt gewinnen (und
Sie werden beim Flop oder Turn angelangt, die Karten oft niederlegen
wenn Sie keine Chance haben.
Das folgende ist ganz einfache
Mathematik: 2x stehlen und Sie haben +1.5BBs. Erhöhen Sie einmal und
gehen Sie danach mit. Wenn von anderen Spielern dreimal erhöht
wurde passen Sie. Nun sind Sie
wieder dort angelangt wo Sie waren. Manchmal passen Sie nicht,
sondern Sie gewinnen am Ende noch den Pot. Manchmal haben Sie Glück
und es wendet jemand diese Strategie gegen Sie an, doch Sie haben ein
gutes Blatt und gewinnen so einen viel größeren Pot als der Typ,
welcher seit 50 Minuten ständig foldet und jetzt endlich UTG+1
erhöht mit seinen Assen und sich dann beschwert, wenn alle Anderen folden und er nur 0.75 BB gewinnt.
In der 4. oder 5. Stunde sind bereits
2/3 der Spieler am Tisch so knapp bei Kasse, sodass Sie jedes Hand
niederlegen, die nicht gerade ein Monster ist. Und durch harte
Arbeit und Ihren Fleiß in den ersten drei Stunden haben Sie Ihre
Anzahl an Chips durch ständiges
unnachlässiges stehlen der Blinds laufend vermehrt (während Sie sich
Notizen machen wie Ihr Image und das der anderen Speiler am Tisch
erscheint). Vielleicht müssen Sie ein Blatt bestehend aus 85 UTG+2
wegwerfen, zum Beispiel wenn Sie von dort aus die letzen zwei Male
erhöht haben und der Spieler in der BB-Position hat sich beide Male
verteidigt und nach dem Postflop dann sehr stark gespielt).
Hier noch einmal eine schnelle
Zusammenfassung für die 4. Stunde und danach: Greifen Sie weiterhin
an (wie bereits ausführlich beschrieben), während Sie von Zeit zu
Zeit aussteigen sollten, wenn andere Spieler beginnen die gleiche
Strategie zu verfolgen.
Nehmen wir an Sie landen an einem
Tisch, wo der Draw nicht so tight ist. Was bedeutet das für Sie? Das
ist schlecht! Sie sind nun mitten im Niemandsland und dort der Gnade der
Kartengötter ausgeliefert, da Sie dieses Dilemma wie ein Cashgame
behandeln und im Grunde eher tight spielen, doch trotzdem loose genug
um auch die Chance zu haben ein paar wenige große Pots zu gewinnen
und so bis zur 4. Stunde ein paar Chips anzusammeln. An eher loosen
Tischen jedoch, sind Sie viel mehr dem Zufall ausgeliefert, wie die
Karten verteilt werden, da Sie ein paar gute Blätter zusammen
bekommen müssen um auch nur eine Chance zu haben einen guten Gewinn
zu landen.
Wenn Sie das anwenden, was ich und Ian
Ihnen hier erklärt haben und wenn Sie sich das heraussuchen, was
Ihnen am besten passt, dann sollten Sie auf dem Weg zu
LHE-Turniererfolgen sein.