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gidders |
Published
Nov 08 2005, 06:49 PM
Als ich als 8 jähriger Hockey spielte,
tat ich dies da alle meine Freunde spielten und es schien als könnte
es auch ein kleines bisschen lustig sein. Ich stieg in die niedrigste
mögliche Stufe ein und hatte wirklich viel Freude beim spielen. Im
ersten Jahr war ich sogar Anwärter auf den „Torschiesser-Titel"
der Liga. Ich war ein Hockey-Naturtalent, aber ich spielte gegen
Personen, die kaum Eislaufen konnten und wir waren ja erst 8
verdammte Jahre alt. Nichts Besonderes! Wir werden ja sehen was
kommt.
Das nächste Jahr wurde ich dann in die
„Rep-Hockey"-Stufe, die auch „A"-Stufe genannt wird,
überstellt. Auch dort brachte ich eine gute Leistung, und so stieg
ich im Laufe der nächsten Jahre in die „AA"-Stufe und
schließlich in die „AAA"-Stufe auf. Ob ich jemals der beste
Spieler der Liga war? Nein, nicht wirklich, doch ich habe mich gut
geschlagen. Ich gab mir sehr viel Mühe, um mich zu verbessern, doch
einige meiner Grundfertigkeiten ließen zu wünschen übrig. Lassen
Sie mich das anders formulieren: würden Sie an einem
Schildkrötenbaby 4 Eislaufschuhe festbinden, so würde es vermutlich
besser Eislaufen als ich.
Das ich ein so schlechter Eisläufer
war, glich ich mit anderen Dingen aus. Ich konnte den Schläger sehr
gut handhaben und ich war gut im Tore-Schießen (hauptsächlich
deshalb weil ich wusste, was der Torhüter denken würde, was ich
denken würde). Wenn ich mich von links nach rechts bewegte, so
nahmen sie an, dass ich auf die rechte Seite des Netzes schießen
würde.
Um Erfolg zu haben müssen Sie
natürlich nur das Gegenteil dessen tun, was von Ihnen erwartet wird.
Wenn ein Boxer glaubt, das Sie ihm eine Gerade geben wollen, so
sollten Sie Sich ducken und ihm einen Haken versetzen. Wenn ein
Rennfahrer glaubt, dass Sie ihn auf der Außenseite überholen
wollen, so machen Sie es auf der Innenseite. Dies ist wirklich ein
grundlegendes Naturgesetz.
Nachdem ich in die „Major-Junior"-Stufe
aufgestiegen war, so wurde es mein neues Ziel, in die NHL überstellt
zu werden. Ein wahrhaft hochtrabendes Ziel, doch schon seit ich 10
Jahre alt war, wurde mir klar: „na Irgendwer muss es tun, warum
NICHT ich?"
Unglücklicherweise geschahen Dinge,
welche diesen Traum daran hinderten Realität zu werden. Ich wurde
hinterhältig gefault und habe seit dem permanente Doppelsicht. Ist
das ätzend? Ja, sogar sehr. Da was ich jeden Tag durchstehen muss,
würde ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind
wünschen. Doch wenn einmal was Schlimmes passiert, so kann man nicht
wirklich etwas dagegen tun.
So ist das Leben. Es kann passieren.
Lerne damit umzugehen.
Wenn mich Leute fragen, ob ich auf den
Typen, der mich gefault hat, zornig bin, so habe ich ehrlich kein
einziges Mal „ja, das bin ich" gesagt. Dinge geschehen einfach.
Das was in der Vergangenheit passiert ist, kann ich nicht mehr
ändern, doch ich kann auf jedem Fall das was in meiner Zukunft
passieren wird, beeinflussen. Und ich werde sicher nicht Jemanden
oder ein Ereignis für etwas verantwortlich machen, das ich nicht
verändern kann.
Ich möchte nicht der Typ am Ende der
Bar sein, der sagt: „eigentlich sollte, könnte, würde ich... wenn
es nicht wegen Diesem wäre, oder wegen Jenem, oder Jenem..."
So was hat das alles mit Poker zu tun?
Im Grunde geht es darum, die Dinge, die wir nicht beeinflussen
können, zu akzeptieren.
Nehmen wir an Sie spielen zum ersten
Mal SNG und die erste Hand die Sie ausgeteilt bekommen sind zwei
Asse. Nachdem erhöht und wieder erhöht wurde, beschließen Sie alle
Ihre Spielmarken zu setzen, was wahrscheinlich die beste Spieltechnik
ist. Jedoch zu Ihrer Überraschung halten drei weitere Spieler Ihren
Wetteinsatz, unter anderem ein Spieler der mit einem König und einer
Dame eiskalt mitgeht!!! Am Ende verliert Ihr Blatt.
Obwohl Sie korrekt gespielt haben,
wurden Sie von Jemandem geschlagen. Das ist Poker. So ist das Leben.
Es gibt nichts was Sie dagegen tun könnten. Warum sich damit krank
machen? Wenn Sie ständig darüber nachgrübeln was zur Hölle diese
Typen gedacht haben, werden Sie Ihre Spieltechnik auch nicht
verbessern. Manche Leute spielen einfach gerne riskant - finden Sie
sich damit ab.
Wenn Sie wirklich Zeit damit
verbringen, Sich über Dinge wie schwere Niederlagen, zu ärgern,
sollten Sie Ihre Gedankengänge genau betrachten. Warum sind Sie
verstimmt? Haben Sie irgendetwas falsch gemacht? Haben Sie richtig
gespielt? Ja, Sie haben? Na dann, hier die Worte eines weisen Mannes:
„Sch... Resultate" (Ty Seal)
Die Resultate haben keinerlei
Bedeutung. Sollten Sie auf einem Niveau spielen, wo es schmerzt zu
verlieren, dann, um Gottes Willen, SPIELEN SIE AUF NIEDRIGEREN
STUFEN.
Um das wieder auf meine
Hockey-Erfahrungen zu beziehen: da ich ein schlechter Eisläufer war
(in Bezug auf Poker bedeutet es, das ich im mathematischen Aspekt
nicht besonders gut bin), musste ich andere Talente einsetzen, um
besser zu spielen. Jetzt beobachte ich meine Gegner ständig und
richte mein Augenmerk auf den zeitlichen Ablauf am Tisch. Ich
versuche immer die bestmögliche Entscheidung zu treffen, mit der
Information die ich erhalten habe, kombiniert mit der Information die
ich meinen Gegnern gegeben habe. Ständig versuch ich herauszufinden,
was meine Gegenspieler denken... und was sie denken, dass ich denke.
Wenn Sie eine große Niederlage, die so
erbärmlich und widerwärtig ist, erleiden, dann ist es das Beste was
Sie tun können Sich zu erinnern, dass es sich bei Poker nur um ein
Spiel handelt und um ein gnadenloses noch dazu. Also lassen Sie sich
nicht aus der Fassung bringen, denn ganz egal was Sie versuchen, die
Vergangenheit können Sie nicht mehr verändern.
Konzentrieren Sie Sich darauf Ihre
Zukunft so zu gestalten wie Sie Sich es wünschen, ansonsten könnten
Sie zum Typen am Ende der Bar werden, der Alle und Alles dafür
verantwortlich macht, warum er im Leben nicht vorankommt. Ich bin mir
sicher, dass Sie das nicht sein wollen.
Ich wünsche Euch allen viel Glück und
hoffe, dass Ihr über alle Eurer großen Niederlagen lachen werdet.
-Gidders