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Nova2000 |
Published
Jul 19 2006, 01:41 PM
Ja,
dies ist ein Artikel über Pot-Limit Omaha 8/b oder, wie ich es gern
nenne, das "hässliche Stiefkind". Omaha 8/b wird so gut
wie nie erwähnt, ob nun in Pokerfernsehen oder in Poker-Nachrichten
im Internet. Also dachte ich mir, was wäre besser um dieser
Spielart ein bisschen Anerkennung zukommen zu lassen, als einen
Artikel darüber zu schreiben. Die grundsätzlichen Spielstrukturen
bei Omaha 8/b sind hier bei PocketFives bereits beschrieben worden,
also habe ich beschlossen, drei potentielle Schwierigkeiten
anzusprechen, die bei Pot-Limit Omaha 8/b (PLO8) auftreten
können.
Zunächst müssen wir klarstellen, dass es ein
ziemlich großer Unterschied zwischen Limit und Pot-Limit Omaha 8/b
ist, genauso wie es eine großer Unterschied zwischen Limit Hold ‘Em,
Pot Limit Hold ‘Em, und No Limit Hold ‘Em ist. Ihre Fehler
in PLO8 können SEHR teuer werden, besonders im Vergleich mit Limit
Omaha 8/b, so dass das Allerwichtigste ist, so wenige Fehler wie
möglich zu machen.
Problem-Situation
1: SETS
Ich
konnte mich nicht entscheiden, welche Problem-Situation ich als erste
beschreiben sollte, aber diese, zusammengenommen mit Nummer 2 sind in
meiner Erfahrung die häufigste Art wie Leute das meiste Geld in
diesem Spiel verlieren. In den Spielen an den niedrigeren Levels
(max. Buy-In von $200) werden Sie oft beobachten, wie Spieler bis zum
River mit Sets mitgehen, die das offensichtlich nicht verdienen. Und
wenn ich Sets sage, meine ich, dass Sie ein Pocket-Paar in Ihrer Hand
haben und dass das Board Ihnen beim Flop ein weiteres Paar beschert.
In PLO8 kann man nicht erwarten mit Sets viel Geld zu verdienen, aus
dem einfachen Grund, das so viele Kombinationen möglich sind weil
jeder vier Karten bekommt. Es kommt daher extrem selten vor, dass Sie
einen Pot gewinnen (was EXTREM wichtig ist) indem Sie ein Set
floppen.
Sets sollten sehr vorsichtig gespielt werden,
besonders wenn Sie sich nicht auf Position befinden. Vor kurzem
gab es hier eine Diskussion, in der ein Pocket5-ver mit AKKD in den
SD gelimped ist (eigentlich völlig angemessen). Der Flop kam
mit K63, 2 Kreuze und in der Diskussion mit zwei anderen ging es
darum, ob er nun setzen sollte. Meine Ansicht war, AUF KEINEN FALL!
Sie sind nicht auf Position, und hier einen Pot aufzubauen, bei dem
Sie entweder auf ein weiteres Paar beim Flop hoffen, oder darauf
zweimal hintereinander bei den Straßen großes Glück haben um den
Pot mitzuziehen ist zu riskant. Was passiert zum Beispiel, wenn beim
Turn ein Kreuz kommt, oder eine 2, oder eine 4, oder eine 5, oder
eine 7, oder eine 8? Sehen Sie wie viele Problemkarten für
diese Hand existieren? Ein anderer Spieler der mit A(Pik)
2(Kreuz) 7(Karo) 9(Kreuz) auf den Pot zu limped, wäre in der Lage
den Pot zu freerollen (mit Sicherheit zu gewinnen), wenn nur eine
einzige niedrige Karte im Turn käme. Genau die Situation, in der Sie
NICHT sein wollen, mit der Hoffnung, Ihr Geld zurück zu bekommen,
plus der Hälfte der Blinds. Und wenn Sie mit einer Hand von A(Kreuz)
2(Kreuz) 5(Karo) 4(Pik) konfrontiert werden, sind Sie ein RIESEN 2:1
Dog (in Omaha Relation gesehen) mit Ihrem Set beim Flop!!!
Ich möchte P5-ver moneytoburn vollste Anerkennung für diese
Strategie geben. Er würde vorschlagen, den Flop durch
passen/mitgehen zu erreichen, und bei einer ungefährlichen
Turn-Karte (z.B. 10 Pik) zu passen oder zu erhöhen. Wenn Sie
davon ausgehen, dass jemand beim Flop gesetzt hat, und andere
mitgegangen sind, hat der Pot beim Turn inzwischen eine ordentliche
Größe erreicht. Ist der Turn nutzlos, ist es Ihre Chance sich
einzuschalten,
indem Sie passen und dann erhöhen, und Ihren Gegner damit zwingen
entweder bei einer ziemlich hohen Wette mitzugehen wenn eine Karte
immer noch kommt. Sollte eine der schlimmen Karten kommen, können
Sie ohne große Probleme Ihr Set vergessen, und relativ billig aus
der ganzen Sache rauskommen.
Problem-Situation
2: AAxx
Diese
ist eine weitere Hand, bei der ich Leute die ganze Zeit beobachte,
wie sie in die Falle trampeln. Sie sehen irgendein AA Blatt auf ihrer
Hand, und denken, dass wären die Nuts. So ist es aber leider nicht
bei PLO8. AA ist eine sehr starkes Blatt und Sie sollten
versuchen, das Gegnerfeld damit zu mähen, aber NUR wenn Sie eine
gute niedrige Karte haben die sie unterstützt. Eine Hand wie AA78
sollte ohne langes Überlegen fallengelassen werden. Sie gewinnen
entweder einen sehr kleinen Pot damit, oder verlieren einen riesen
Pot. Wenn jemand mit A235 eröffnet, in der Farbe des Asses, glauben
Sie die die würden ihr Blatt wegwerfen, nur weil Sie sich von Ihnen
unter Druck gesetzt fühlen? Natürlich nicht! Und wenn der
Flop dann mit zwei niedrigen Karten kommt, zwei Karten in der Farbe
Ihres Gegners, glauben Sie dass Ihre Wette in Höhe des Pots ihn dann
verängstigt? Nicht im geringsten, sie bauen dann nur den Pot für
ihn. Ich denke ein Beispiel wird die ganze Sache klarer machen.
Ich
hatte gerade $100 in einem max. Buy-In PLO8 Spiel hingelegt, als ich
A(Herz) 2(Karo) 10(Karo) 3(Herz) im MP ausgeteilt bekam, und als
erster im Pot erhöhte ich das Pot-Limit. Mein Gegner (mit $110
hinter mir) am Button erhöht das Pot-Limit erneut. Mein erster
Gedanke war, er hat AAxx, wenn Du beim Flop keine gute Karte kriegst,
oder keinen vielversprechenden Draw, solltest Du falten. Der Flop kam
mit 10(Pik)7(Karo)5(Karo). Da der Pot bei $33 lag, passte ich und
mein Gegner erwiderte mit einem Einsatz in Potgröße. Ok, nun
sehen Sie sich mal an, was ich hier habe. Ein Top-Paar, einen
möglichen Baby-Flush-Draw, unbestreitbar sehr niedrig. Mein Gegner,
allerdings, muss schon eine SEHR spezifische Hand haben, sowas wie
A(Karo)A(Pik)2(Pik)3(Karo), damit ich mich hier wirklich mit einem
Totalverlust konfrontiert sehe. Also gehe ich mit, und erhöhe dann
meinen Einsatz auf alle meine Chips. Er ging mit. Der Turn kam dann
mit 6 (Karo) und der River mit A(Pik). Mein Gegner zeigt
A(Karo)A(Kreuz)8(Pik)7(Kreuz) und ich gewinne den Pot und kann meine
Chips verdoppeln, weil ich das High mit meinem 10-Flush und das Low
mit meinem 6532A nahm.
Als
ich diese Hand durch das twodimes.net Programm analysieren ließ,
(was ich stark empfehle, wenn Sie dabei sind dieses Spiel zu
erlernen, damit Sie wissen was Ihre Equity in Pots ist, in denen Sie
einen Draw gegen eine „vollständige" („made") Hand haben,
etc.) Das Ergebnis war, dass ich eine Chance von 56:44 mit der Hand
im Flop hatte. Mein Gegner hat seine Hand STARK überspielt, und
war bereit mit einem schwachen Paar Asse und einer sehr niedrigen A7
bei einem Board dass viele Möglichkeiten bot bis zum Ende zu gehen,
als ich am Anfang den Pot erhöhte.
Problem-Situation
3: Für die Hälfte spielen und gevierteilt werden
Ich
habe diese beiden Schwierigkeiten bei PLO8 zusammengeschmissen denn
oft führt eins zum anderen. Diese Problem-Situation bereitet mir
immer noch Schwierigkeiten, aber ich werde besser dabei, sie zu
vermeiden. Ich meine Situationen in denen es den Anschein hat, als
würde man für lediglich ein Viertel des Pots spielen. Wir
spielen PLO8 um ganze Pots zu erobern, oder im schlimmsten Fall drei
Viertel des Pots zu kriegen. Wir spielen es nicht, um ein Viertel des
Pots zu erhalten. Wenn Sie um die Hälfte der Pots spielen (was
manchmal
dazu
führt, dass er geviertelt wird) wird das bei PLO8 zu Ihrem Ruin
werden.
Es
gibt zum Beispiel kein Problem dabei, mit schwachen A2, A3, oder
bestimmten 23 Kombinationen auf den Pot zu zu limpen (in Position),
aber Sie müssen wissen, wann Sie sich von Ihrer Hand trennen
müssen. Wenn der Flop mit 6 5 4, 2 Kreuzen kommt, und 3 oder 4
Leute bereit sind um den Pot zu kämpfen, dann ist Ihre
A(Karo)2(Kreuz) 8(Herz)J(Herz) wahrscheinlich besser im Jenseits
aufgehoben. Sie spielen damit sowieso nur noch um die Hälfte des
Pots, und was passiert, falls der Flop oder der River ein As oder
eine 2 bringt? Dann haben Sie gerade eine Menge Geld in eine Hand
investiert, die Sie nicht weiterspielen können. Sie haben für den
halben Pot gespielt und ein riesengroßes Nichts dafür erhalten.
Und
stellen Sie sich vor, Sie limpen in einer frühen Position und
erhöhen mit genau diesem A(Karo)2(Kreuz)8(Herz)B(Herz). Wenn der
Flop mit 7 5 3 Regenbogen kommt, und Sie passen, und Ihnen Ihr Gegner
dann eine Wette in Potgröße entgegensetzt, was tun Sie dann?
Mitgehen und hoffen das Sie eine 4 kriegen? Glauben Sie mir wenn
ich sage, dass ich diesen Fehler oft beging, als ich anfing dieses
Spiel zu spielen. Ich ging bei einer Pot-großen Flop-Wette mit,
dann bei einer Pot-großen Turn-Wette als dieser leer kam, und dann
bei noch einer Wette in dieser Höhe wenn der Turn leer kam, nur
damit mein Gegner dann AA25 zeigte, und ¾ des Pots gewann. Denken
Sie darüber nach, womit Ihr Gegner erhöhen könnte. Könnte seine
Hand ein A23x oder A25x sein? Oder könnte er AK2x oder AD2x
haben? Alle dieser Hands schlagen Ihr AB82 für ¾ einer
ziemlich ansehnlichen Summe. Das nächste Mal dass Sie vor dem
Flop erhöhen, fragen Sie sich "was brauche ich vom Flop um
mindestens ¾ dieses Pots zu gewinnen?" Wenn Sie keinen Draw
kriegen, der mit Ihrem Low zusammenpasst, legen Sie Ihre Hand für
einen geringen Preis des Einsatzes Preflop ab und gehen Sie zur
nächsten Hand über.
Ich
hoffe dass dieser Artikel jedem hilft, der Pot-Limit Omaha 8/b
ausprobieren will. Indem Sie diese Problem-Situationen
vermeiden, und Ihre Gegner ausbeuten, wenn sie diese Probleme haben,
haben Sie eine gute Chance bei Pot-Limit Omaha 8/b ein profitabler
Spieler zu werden. Viel Glück an den Tischen!