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Spiel eine Hand mit mir

By browerkid | Published Jul 18 2007, 02:37 AM

Nur etwas Hintergrundinformation zu meiner Person. Ich spiele seit letztem Jahr professionell Poker und seit 4 Jahren Online Poker.  Seit November widme ich mich ausschließlich Echtgeld-Spielen und habe mich in diesem Zeitraum dramatisch verbessert. Ich spiele ungefähr 100.000 Hände pro Monat und meist zwischen 2-4 und 5-10 NL 6-Personen Cash-Games.

Ich habe seit längerem keinen Artikel mehr geschrieben und es irgendwie vermisst. Einen Artikel über eine bestimmte Hand zu verfassen hilft mir, mein eigenes Spiel zu kritisieren und es gibt mir die Möglichkeit Resonanz zu bekommen. Aus mir ist ein viel besserer Spieler geworden, aufgrund des Nachdenkens und Kritisieren des Spiels. Und um mich weiter verbessern zu können, möchte ich dies fortsetzen.

Eines der wahrscheinlich schwierigsten Dinge ist es, eine gute aber nicht großartige Hand zum zweiten Mal  zu erhöhen. Zur falschen Zeit kann es gegen beide, gute und schlechte Spieler, sehr schwierig werden. Angenommen wir haben KJ und erhöhen aus mittlerer Position (6-Mann Tisch) und der Button geht mit. Der Flop kommt J94, und es befinden sich $30 im Pot. Beide von uns verfügen über einen vollen Stack von 100 BBs ($400). 

Bevor wir in dieser Situation unseren Wetteinsatz machen, müssen wir wissen, wie wir diese Hand gegen DIESEN Gegenspieler spielen. Dieser Gegenspieler war ein solider 2-4 Multi-Tisch Stammspieler. Unsere Pokertracker-Statistiken bezüglich dieses Spielers sind wie folgt: 2000 zusammen gespielte Hände, ein 21% VPIP (Prozent an Händen, bei denen man freiwillig Geld in den Pot eingezahlt hat), ein 16 PFR% („Pre-Flop" Erhöhungsanteil), sowie einen allumfassenden Aggressionsfaktor von 5.  Meiner Meinung nach passt alles zusammen zu einem soliden, aggressiven TAG.

Laut der gegebenen Statistik oben, stellen wir fest, dass sein Spielraum bezüglich des Mitgehens bei  mittleren Paaren, Suited Connectors (8-7 bis zu KQ) und einigen One-Gappern (z.B. T8s oder QTs) liegen sollte.  Meines Erachtens würde er alle Pocket Pairs 99+ erneut erhöhen, genauso wie AK, AQ und möglicherweise AJ und evtl ATs.

Nun wissen wir mit was wir es für einen Gegenspieler-Typ zutun haben - nun zurück zum Blatt. Mit unserem Top Paar und dem soliden „Kicker", setzen wir $25 in den $30 Pot und er geht mit.  Sofort denke ich an KQ, KT, QT, T8 oder Herz.  Warum sollte er hier kein „Set" haben????  Der Grund dafür ist ziemlich einfach, denn sein allumfassender Aggressionsfaktor ist überdurchschnittlich (ich würde sagen, der Durchschnitt für dieses Spiel liegt bei 3-3.5), er würde hier wahrscheinlich zu 99% der Zeit ein Set hier erhöhen. Er weiß, dass er seine Hand erhöhen muss, um eventuelle Moves auszuschalten, die wir haben könnten. 

Sogar ein starkes Blatt wie ein „Set" ist für diese Art von „Flop" gefährdet. Einige Hände, bei denen ich ausschließe, dass er diese besitzt, sind Draws mit QT or KT.  Diese würden den aggressiven Spieler wie unseren Gegner zum sofortigen Erhöhen bringen.  

So, jetzt ist die 6 dran, eine tolle Karte für uns. Es wurden keine Draws getroffen, daher können wir davon ausgehen, dass wir immer noch die beste Hand haben. Jetzt liegen $90 im Pot.  Wir haben immer noch circa $350 hinter uns, wie auch unser Gegenspieler. 

Hier können wir nun mit unseren Einschätzungen ungezwungener umgehen. Wir haben festgestellt, dass wir mit unserer Hand immer noch vorn liegen, daher sollten wir nun setzten, um dem Gegenspieler keine kostenlose Karte zu schenken. Da wir nicht wollen, dass der Gegner mitgeht, wenn er am Zug ist, setzen wir 80-90% des Pots und er steigt aus..

Während wir wissen, dass es für ihn ein Fehler wäre mitzugehen, gaben wir ihm immer noch die Möglichkeit, diesen Fehler zu machen.

Wenn wir wissen, dass er A8 hat, können wir davon ausgehen, dass falls er in diesem Fall mit $80 mitgeht, unsere Gewinnchanchen bei nur noch einer verbleibenden Karte und 12 Uuts für ihn (9 Herzen und 3 Asse) sehr gut stehen. Zu oft habe ich meine Gegner in dieser Situation gesehen, die oftmals damit endet, dass man nur einen halben Pot von $45 anspielt weil man mit nur einem Paar keinen zu großen Pot aufbauen möchte. Unter gewissen Umständen ist dies korrekt, aber in diesem Fall, wo wir zu 95% über die gegnerische „Range" (Bandbreite an Händen) sicher sind, möchten wir der aggressive Spieler sein und versuchen den Pot am Turn zu gewinnen.

Nun sehen wir mit dem gleichen Blatt einen einen völlig unterschiedlichen Gegenspieler an.  Unsere Pokertracker Statistiken bei diesem neuen Gegenspieler sind wie folgt: 700 Hände haben wir zusammen gespielt, ein 45% VPIP, ein 5.5% PFR und ein allumfassender Aggressionsfaktor von 1.3.  Meiner Ansicht nach würden diese Statistiken auf einen ziemlich schlechten Spieler hinweisen - einen Spieler, der zu viele Blätter spielt und nach dem Flop nicht genug erhöht.  Mit diesen kann man ziemlich gut spielen, da es wirklich einfach ist: wenn diese Spieler erhöhen foldet man besser. 

So wie oben ist der Flop J94, und wir haben KJ. Wir verwenden den gleichen kontinuierlichen Wetteinsatz von $25 und er geht mit. Ähnlich wie oben müssen wir ihn jetzt auf eine „Range" setzen. Dies ist etwas schwieriger, da sein Wetteinsatz so groß im Vergleich zum ersten Beispiel ist.  Dadurch, dass seine "Pre-Flop" Erhöhung % so niedrig ist, müssen wir Hands wie KK und QQ in seine mögliche „Range" einbeziehen. Wir müssen auch Suited-Hände in Betracht ziehen. Spieler wie diese lieben es, mit jeder Suited-Hand zu spielen, inklusive "Müll" wie 94s und 82s.  Wir können wahrscheinlich ein "Set" von seiner Blatt-Auswahl ausschließen. 1.3 ist ein sehr niedriger "Post-Flop" Aggressions-Faktor, aber meine Erfahrung mit diesen Spielern ist, dass eines, was sie erhöhen werden, ein „Set" ist. Als Randbemerkung: Wenn wir an dieser Stelle von diesem Spieler erhöht werden, würde dies zum sofortigen Aussteigen führen. Mit solch einem passiven Spieler mussten wir ihn auf ein höheres Pärchen, ein „Set" oder 2 Pärchen setzen.

Also geht er die $25 Continuation-Bet mit, die vierte Gemeinschaftskarte ist die 6 und es sind $90 im Pot. Bei der oberen Hand waren wir ziemlich sicher, dass der aggressive TAG auf einem Draw war. Gegenüber diesem Spieler ist es schwieriger zu wissen, was er vorhat, so dass es an der Zeit sein könnte etwas herunterzufahren. Wir können ziemlich sicher sein, dass er kein „Set" hat, jedoch könnte er KK, QQ, AJ, J6s, 46s, oder 96s haben. Alle diese Blätter sind weit besser als unseres. In diesem Fall ziehe ich es vor zu checken, um den Pot klein zu halten. Wir wollen offensichtlich nicht den Pot aufbauen, wenn wir weit im Blatt zurückliegen. Wir checken und er checkt dahinter, was ein gutes Zeichen ist. 

Die fünfte Karte ist eine harmlose 2, eine tolle Karte.  Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass wir nun vorne liegen. Er hätte den Turn mit einem höheren Paar oder einen Paar anspielen sollen. Das die 2 auf dem River ihm etwas nützt ist jedoch sehr zweifelhaft. Jetzt ist es an der Zeit Ernst zu machen!! Wir setzen $60, was nicht zu groß und nicht zu klein ist. Er geht mit bei 109 und wir gewinnen den Pot von $210.  

Mein Standpunkt mit diesem Bericht ist es, dass Sie sich den Spielern am Tisch angleichen müssen und jede Hand gemäß ihrer Intuition spielen.  Kaufen Sie Pokertracker und PAHUD, welches Ihren Einschätzungen hilft und Sie werden merken, dass Ihre Vorteile und Gewinne immer mehr steigen.

GL allen an den Tischen,

Kevin

 

 


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