Warum jeder nicht gekaufte Richter, das kürzlich erlassene Gesetz für nichtig erklären und sich die Regierung um eine Zusammenarbeit mit "illegalen" Anbietern kümmern müsste.

Vorweg ein Ausschnitt aus der Bundesverfassung:
Artikel 17 Medienfreiheit (Medienfreiheit bezeichnet in der Schweiz das in der Bundesverfassung gewährleistete Grundrecht, wonach die Freiheit von Presse, Radio und Fernsehen sowie anderen Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen Verbreitungen von Darbietungen und Informationen gewährleistet ist.) Absatz 2 Zensur ist verboten
Auf einer Plattform wie Pokerstars existieren spielinterne Foren in Form von Home-Game Clubs, in welchen man sich unterhalten, Informationen austauschen oder Freunde finden kann. Mit einer Zugangssperre wird also ein Kommunkationsmittel gesperrt und somit die Kommunikation zensiert.

Ein solches Vorgehen mit Netzsperren welches vor einigen Monaten vom Parlament beschlossen und sogar vom Bundesrat mit ausgearbeitet wurde, ist klar verfassungswidrig. In meinen Augen ist Branchenprotektionismus der einzige Grund für die Annahme dieses durch Lobbyarbeit zustandegekommenen Gesetzes.(Wie Simonetta Sommaruga, beteiligt an der Ausarbeitung, sogar selbst einräumte)

Die Gegenseite meine es sei keine Zensur, es werden lediglich nicht konzessionierte Angebote gesperrt. Es mag ja sogar stimmen, dass die Anbieter seit längerem als illegal verstanden werden.
Das Problem dabei ist nur, wenn Kapital vorhanden ist, möchte jede Regierung ein Stück vom Kuchen. Unabhängig davon ob ihr dieser zusteht. Internationale Glücksspielanbieter benötigen bis auf geschaltete Werbung auf Staatssendern keinerlei Infrastruktur der Nationen, in welchen keine Server, Headquarter oder Ableger ansässig sind. Diese als Steuer- oder Konzessionspflichtig zu bezeichnen wegen eines Onlineangebots ist lächerlich. Als ob der X Y Onlineshop aus China, aus welchem jeder Schweizer problemlos bestellen kann, eine Konzession benötigen würde. Nur schon die Forderung ist hirnrissig, da die meisten internationalen Onlineglücksspielanbieter eben mit keinem Teil ihrer Firma hier in der Schweiz ansässig sind.
Durch die Zugangssperre (auch wenn leicht zu umgehen) werden dem Spieler Informationen vorenthalten, da er sich bzw nicht wie üblich in seinen Homegameclub einloggen kann, wo er ja nicht einmal zwingend um Geld spielen muss, sprich nichts illegales tun würde.

Was die Regierung tun müsste ist hier lebende Spieler bzw ihre Gewinne zu offiziell zu besteuern. Natürlich nur Nettogewinne. Eine weitere Einnahmequelle würde sich durch Werbung ergeben, dazu bedarf es einer Zusammenarbeit mit jenen Anbietern. Aber im Jahre 2017 kommen diese rückständigen, korrupten Neandertaler in unserer Regierung tatsächlich auf die Idee ein als bereits kriminell eingestuftes Gesellschaftsspiel nun auch zu verfolgen bzw deren Spieler. Das Bundeshaus ist ein von Lobbyisten infiltriertes und durch deren gut 250 Marionetten geführtes Gebilde welches nur ein Ziel verfolgt - wirtschaftlicher Erfolg.

Das perfide ist, dass Werbung für offiziell als illegal bezeichnete Firmen seit Jahren auf den Schweizer Staatssendern SRF geschaltet wird. Es gab also eine direkte Zusammenarbeit inkl. Geldfluss zwischen einem Schweizer Staatsbetrieb und illegalen Anbietern und niemand scherte sich je einen Dreck darum. Schweizer Bürger wurden also durch den Staat gezielt zu diesen Anbietern gelockt, um sie jetzt mit Netzsperren davor zu "schützen".

Ergibt natürlich sehr viel Sinn das Ganze.

Hinzu kommt, dass es auch bisher anscheinend tatsächlich Onlinespieler in der Schweiz gab (In meinen Augen Vollidioten), die ihre Gewinne versteuert haben und das Steueramt dankend die Hand aufhielt für offiziell illegale Gelder. Mehr als ein Jahrzehnt wurde von allen Seiten in einer Grauzone "gewurschtelt" und da man nun ein noch grösseres Stück haben will, werden einfach kurzerhand die Spieler kriminalisiert und auf ein nicht vorhandenes lokales "Angebot" genötigt/reduziert. Alle anderen Beteiligten (SRF, Steuerbehörden, Politiker) dürfen unbehelligt weiterwüten.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass die rechtlich unsichere Situation im Zusammenhang mit fortschreitenden Regulierungsmassnahmen durch Regierungen weltweit der Hauptgrund sind, für die heutige (kurzfristige) Firmenpolitik von Amaya und das entsprechend schwindende Angebot inkl Nutzerzahlen.

Das neue VIP Programm ist ja mal total beschissen, aber eben auch eine Folge davon.

OnlinePoker benötigt keinen beschissenen Boom, keinen Kevin Hart oder Cristiano Ronaldo. Onlinepoker ist in Gefangenschaft einer kapitalistischen Diktatur und bräuchte lediglich etwas Freiheit um sich wieder auszubreiten.